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In hydraulischen Steuerungssystemen sind Wegeventile zentrale Komponenten, die Richtung, Geschwindigkeit und Halteposition der Fluidleistung bestimmen. Diese Ventilmechanismen steuern, wann das von der Pumpe kommende Drucköl dem Zylinder zugeführt wird und wie es zum Tank zurückkehrt. Die beiden Hauptkonfigurationen im HMLIFT-Wegeventilprogramm — Systeme mit offenem und geschlossenem Kreislauf — definieren das grundlegende Funktionsprinzip und die Charakteristik des Hydraulikkreises.
Wegeventil für offenen Kreislauf (Tipping Valve)
Ventile mit einer Steuerungsarchitektur für offene Kreisläufe werden in der Branche auch als „Tipping Valves“ bezeichnet und anhand des Flüssigkeitsverhaltens im Bereitschafts- beziehungsweise Neutralbetrieb definiert. In dieser Konfiguration fließt das Hydrauliköl bei Neutralstellung des Ventils mit geringem Widerstand und ohne Behinderung direkt von der Pumpe zum Tank zurück.
Der Betriebszyklus ist wie folgt gekennzeichnet:
Wegeventil für geschlossenen Kreislauf (Directional Valve)
Wegeventile für geschlossene Kreisläufe sind so ausgelegt, dass sie in Neutralstellung alle Hydraulikleitungen und Strömungswege sperren. Im Bereitschaftsmodus bleibt der von der Pumpe kommende Volumenstrom in der Leitung eingeschlossen und kann nicht frei und direkt zum Tank fließen.
Die Betriebsmerkmale dieser Architektur sind:
Technische Kapazitäten und Funktionsmerkmale
Die HMLIFT-Ventilfamilie bietet verschiedene Modelle, die an den volumetrischen Durchflussbedarf der Anwendung und den Systembetriebsdruck angepasst werden können. Die Tipping-Valve-Familie für offene Kreisläufe deckt einen Durchflussbereich von 140-200 L/min ab, während die Directional-Valve-Familie für geschlossene Kreisläufe typischerweise im Bereich von 110-140 L/min arbeitet. Je nach Modell liegt der spezifizierte Betriebsdruck zwischen 190 und 250 bar.
Zu den bei der Integration besonders relevanten Sonderfunktionen gehören:
Schnell-Langsam-Senkfunktion
Eine in bestimmten Ventilmodellen verfügbare pneumatische Abstufung ermöglicht, die Abwärtsbewegung des Aufbaus in zwei Geschwindigkeitsstufen zu steuern. Nach Abschluss des Entladevorgangs verkürzt ein schnelles Absenken im sicheren Bereich die Zykluszeit, während für Präzisionsvorgänge ein langsames und kontrolliertes Absenken gewählt werden kann.
Umschaltventile für Anhänger
Bei Fahrzeugkombinationen aus Lkw und Anhänger/Sattelauflieger leiten Umschaltventile der Baureihe VR3600 den Hydraulikstrom einer einzigen Pumpenquelle zur richtigen Einheit. Je nach Bedarf stehen Zwei- und Drei-Stellungs-Ausführungen zur Verfügung, die den Volumenstrom nur zum Lkw-Zylinder, nur zum Anhängerzylinder oder gleichzeitig zu beiden Einheiten leiten können.
Systemintegration und Auswahlkriterien
Ein Wegeventil darf im Hydraulikkreislauf nicht isoliert betrachtet werden. Der maximale Förderstrom der Pumpe, der Spitzenbetriebsdruck des Systems, der Typ des Endlagen-Sicherheitsventils und die Anzahl der Kanäle der pneumatischen Joysticksteuerung in der Fahrerkabine müssen vollständig mit der Ventilauswahl übereinstimmen.
| Auswahlparameter | Offener Kreislauf (Tipping) | Geschlossener Kreislauf (Directional) |
| Durchfluss in Neutralstellung | Direkte Zirkulation zum Tank | Leitungen gesperrt / geschlossen |
| Energieverhalten | Geringe Wärme im Bereitschaftsbetrieb | Druck bleibt in der Leitung erhalten |
| Typische Durchflusskapazität | 140-200 L/min | 110-140 L/min |
| Grenze der pneumatischen Steuerung | Maximal 10 bar Luftdruck | Maximal 10 bar Luftdruck |
Fazit
Die Konfiguration des Wegeventils ist eine grundlegende Konstruktionsentscheidung, die die Betriebscharakteristik eines fahrzeugmontierten Hydrauliksystems bestimmt. Das geeignete Modell muss anhand der Anwendungsgeometrie, der Anforderungen an die Betriebssicherheit und des erforderlichen Förderstroms ausgewählt werden. Zur Bestimmung der optimalen Ventilintegration für ein Projekt werden die technischen Kataloge und Konstruktionsleitfäden von HMLIFT als Referenz empfohlen.