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Thermisches Gleichgewicht und Überhitzungsanalyse in Hydrauliksystemen

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Thermisches Gleichgewicht und Überhitzungsanalyse in Hydrauliksystemen

  • Posted by: HM LIFT

In hydraulischen Antriebssystemen erzeugen die Umwandlung mechanischer in hydraulische Energie, Richtungsänderungen des Fluids in Ventilen und Reibung in Rohrleitungen unvermeidlich Wärme. In einem korrekt ausgelegten Hydraulikkreis wird diese Wärme über die Außenfläche des Tanks an die Umgebung abgegeben, sodass das System im thermischen Gleichgewicht bleibt. Steigen jedoch interne Leckagen und Strömungswiderstände oder ist die Speicherkapazität unzureichend, verschlechtert sich dieses Gleichgewicht und die Öltemperatur beginnt anzusteigen. Eine Fluidtemperatur über 80°C ist als systemweite Sicherheitswarnung zu betrachten.

Systemverhalten nach Temperaturbereich

Temperaturbereich Bewertung
50°C — 60°C Idealer Betriebsbereich — optimale Ölviskosität und Dichtwirkung
60°C — 80°C Zulässiger / zu überwachender Bereich — Zirkulation bleibt erhalten, Wärmeabfuhr engmaschig kontrollieren
Über 80°C Risiko- / Alarmschwelle — kritischer Grenzwert, ab dem Bauteile und Fluid ihre strukturellen Eigenschaften verlieren

Strukturelle Auswirkungen der Überhitzung auf Systemkomponenten

Ein unkontrollierter Temperaturanstieg löst im Hydraulikkreis folgende Schadensmechanismen aus:

Zusammenbruch des Schmierfilms

Wird das Öl zu dünnflüssig, kann seine kinematische Viskosität unter den Katalogmindestwert von 12 mm²/s sinken. Dadurch steigt die Reibung zwischen beweglichen Teilen und der mechanische Verschleiß durch Metall-auf-Metall-Kontakt an Pumpenzahnrädern und in Ventilen beschleunigt sich.

Thermische Schädigung der Dichtelemente

Die dauerhafte Einwirkung hoher Temperaturen auf Elastomer- oder Polyurethandichtungen in Teleskopzylindern und Ventilen führt zu Elastizitätsverlust, Verhärtung und Rissbildung. Geschädigte Dichtungen erhöhen interne und externe Leckagen.

Beschleunigte Öloxidation

Die chemische Struktur des Hydrauliköls verschlechtert sich bei hoher Temperatur; Verdunkelung, Geruchsveränderungen und ein Anstieg der Säurezahl können auftreten. Oxidiertes Öl kann Metalloberflächen korrosiv angreifen.

Wesentliche Ursachen für Überhitzung im Einsatz

Bei einer ungewöhnlich hohen Wärmeentwicklung im System sind folgende technische Bereiche zu untersuchen:

  • 1. Interne Pumpenleckage: Wenn Hochdrucköl in einer verschlissenen oder beschädigten Pumpe zur Niederdruckseite zurückströmt, erzeugt die interne Leckage erhebliche Reibungswärme. Mit sinkendem Pumpenwirkungsgrad steigt die Temperatur schnell an.
  • 2. Filterverstopfung und Gegendruck: Ein zugesetzter Rücklauffilter erschwert den Rückfluss in den Tank und erzeugt eine künstliche Drosselstelle in der Leitung. Dieser Widerstand wird unmittelbar in Wärmeenergie umgewandelt.
  • 3. Falsche Druckeinstellungen und Dauernder Entlastungsstrom: Werden Druckbegrenzungsventile auf ungeeignete Werte eingestellt oder bleibt ein Ventil dauerhaft geöffnet und leitet Öl unter hohem Druck zum Tank ab, entsteht eine erhebliche Wärmequelle.
  • 4. Unzureichendes Volumen: Ist der gewählte Öltank im Verhältnis zum Gesamtvolumenstrom und zur Betriebsintensität zu klein, gelangt das Fluid wieder in den Umlauf, bevor es im Tank ausreichend abkühlen kann.

Fazit

Das Thermomanagement hydraulischer Systeme schützt unmittelbar die Lebensdauer der Komponenten. Die regelmäßige Überwachung integrierter Temperaturanzeigen, die Auswahl einer an die Umgebungsbedingungen angepassten Viskosität und der periodische Filterwechsel sind grundlegende technische Voraussetzungen, um die Systemtemperatur im optimalen Bereich zu halten und einen sicheren Feldeinsatz zu gewährleisten.