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In der hydraulischen Antriebstechnik ist Hydrauliköl nicht nur ein passives Medium zur Druckübertragung, sondern ein dynamisches Systemelement, das bewegliche Komponenten schmiert, Wärme zum Tank abführt und die interne Abdichtung unterstützt. Damit das Öl diese kritischen Aufgaben dauerhaft zuverlässig erfüllt, muss seine Viskosität — der Widerstand gegen das Fließen beziehungsweise die Zähigkeit — innerhalb optimaler Grenzen bleiben. Bei allen mineralölbasierten Fluiden reagiert die Viskosität unmittelbar auf Temperaturänderungen. Daher ist die Wahl der richtigen Viskositätsklasse bei jahreszeitlichen Übergängen eine grundlegende Voraussetzung für die Systemgesundheit.
Auswirkungen der Temperatur auf Viskosität und Systemkomponenten
Hydraulikfluide werden bei Erwärmung dünnflüssiger und bei Abkühlung zähflüssiger. Beide Extremzustände können unterschiedliche Instabilitäten im Hydraulikkreis verursachen:
Niedrige Temperaturen (übermäßige Eindickung)
Im Winter oder in extrem kalten Regionen, in denen Temperaturen von -30°C bis -40°C auftreten können, etwa in Russland, wird Hydrauliköl deutlich zähflüssiger. Überschreitet das Fluid die im Katalog zulässige maximale Startviskosität von 750 mm²/s, hat die Pumpe Schwierigkeiten, Öl aus dem Tank anzusaugen. Der hohe Widerstand in der Saugleitung führt zur Bildung und zum Kollabieren von Gas- oder Dampfblasen und damit zu Kavitationsschäden sowie starker Pumpengeräuschentwicklung.
Hohe Temperaturen (übermäßige Verdünnung)
Im Sommer oder unter hohen thermischen Belastungen, wie sie beispielsweise im Nahen Osten auftreten, kann Hydrauliköl zu dünnflüssig werden. Sinkt die Viskosität unter den im Katalog angegebenen sicheren Mindestwert von 12 mm²/s, reißt der schützende Ölfilm zwischen bewegten Metallflächen ab. Dadurch beschleunigt sich der reibungsbedingte Verschleiß an Pumpenzahnrädern, Zylinderstufen und Dichtelementen. Dünnflüssiges Öl strömt zudem leichter durch die internen Pumpenspiele zurück, wodurch der volumetrische Wirkungsgrad beziehungsweise der nutzbare Förderstrom sinkt.
Leitfaden zur Ölauswahl gemäß den HMLIFT-Pumpenkatalogstandards
Der kontinuierliche Betriebsbereich des Systems ist zwar mit 0°C bis 80°C definiert, der optimale Wirkungsgrad wird jedoch im Temperaturband von 50-60°C erreicht. Auf Grundlage der Industriestandards SAE und ISO werden die saisonalen Klassen wie folgt abgestimmt:
| Bedingung | Empfohlene Ölklasse |
| Winter und kühle Klimazonen | SAE 10W / ISO 32 |
| Normaler Sommer und gemäßigte Klimazonen | SAE 20W / ISO 46 |
| Extrem heiße und schwere Einsatzbedingungen (Umgebung über 40°C) | ISO 68 – ISO 86 |
Regeln für den Fluidwechsel bei saisonalen Übergängen
Der Ölwechsel sollte sich nicht ausschließlich nach dem Kalender richten, sondern auch nach den Tages- und Nachttemperaturtrends der Region. Zu den bewährten Wartungsmaßnahmen gehören das vollständige Ablassen des Altöls aus dem Tank, der gleichzeitige Austausch der Rücklauffilterelemente und das Befüllen unter sauberen Bedingungen, um Verunreinigungen zu verhindern.
Fazit
Die Auswahl eines auf die Jahreszeit abgestimmten Hydrauliköls ist eine technische Notwendigkeit, die die Einsatzleistung und Lebensdauer der Komponenten fahrzeugmontierter Ausrüstungen unmittelbar beeinflusst. Wird das Temperatur-Viskositäts-Verhältnis innerhalb der Kataloggrenzen gehalten, arbeiten Pumpe und Gesamtsystem mit hoher Effizienz.