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Management Mehrerer Hydraulikleitungen in Sattelaufliegersystemen

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Management Mehrerer Hydraulikleitungen in Sattelaufliegersystemen

  • Posted by: HM LIFT

Bei herkömmlichen Kipperaufbauten auf Lastkraftwagen besitzt das Hydrauliksystem eine vergleichsweise einfache Architektur: Eine Energiequelle versorgt einen Verbraucher — den Zylinder. Werden jedoch Sattelauflieger, Tandemaufbauten oder Kombinationen aus Lkw und Anhänger eingesetzt, um Nutzlast und Volumeneffizienz zu erhöhen, verändern sich die Komplexität des Hydraulikkreises und die zu steuernden Parameter grundlegend. In solchen fortgeschrittenen Systemen müssen mehrere Zylinder unabhängig oder koordiniert gesteuert und die Flüssigkeitsübertragung zwischen Zugmaschine und Anhänger sicher beherrscht werden.

Hydraulische Verteilung zwischen Zugmaschine und Anhänger

Die Hydraulikarchitektur eines Sattelaufliegers besteht aus zwei Hauptbereichen, die physisch miteinander verbunden, funktional jedoch getrennt sind:

  • 1. Seite der Zugmaschine: Hier wird die Energie erzeugt. PTO-Anschluss, Hydraulikpumpe, Öltank — in der Regel als hintere Auf-Chassis-Montage gewählt — und das Hauptwegeventil befinden sich in diesem Bereich.
  • 2. Seite des Anhängers: Hier wird die Arbeit ausgeführt. In diesem Bereich werden üblicherweise Teleskopzylinder des Typs K mit einer für horizontale Transportstellungen geeigneten Wiegenmontage sowie Endlagen-Sicherheitsventile installiert. Je nach Kundenanforderung können auch andere Teleskopzylindertypen eingesetzt werden.

Die Flüssigkeitsverbindung zwischen den beiden Einheiten erfolgt über flexible Hochdruckschläuche und Schnellkupplungen, die für das wiederholte An- und Abkuppeln der Fahrzeuge geeignet sind.

Funktion der Anhänger-Umschaltventile

In kombinierten Systemen bestimmen spezielle Ventilmechanismen wie die Umschaltventile der Baureihe VR3600, welcher Aufbau oder welche Funktion den von der Pumpe gelieferten Volumenstrom erhält.

  • 3-Wege-/3-Stellungs-Ausführung (VR36001040): Sie bietet eine hohe betriebliche Flexibilität. Abhängig vom pneumatischen Steuerbefehl kann der Hydraulikstrom ausschließlich zum Aufbau des Lkw, ausschließlich zum Zylinder des hinteren Anhängers oder für einen gleichzeitigen Betrieb zu beiden Einheiten geleitet werden.
  • 3-Wege-/2-Stellungs-Ausführung (VR36001041): Sie wird in einfacheren Kreisen eingesetzt, in denen der Volumenstrom entweder nur zum Lkw oder nur zum Anhänger/Kran geführt wird.

Lange Leitungswege und Dynamik der Schnellverbindungen

Bei Sattelauflieger- und Tandemausführungen sind die Hydraulikleitungen deutlich länger als bei Standardfahrzeugen. Daraus ergeben sich kritische technische Parameter für das Leitungsmanagement:

  • Kontrolle des Druckverlusts: Beim Durchströmen langer Schlauchleitungen und Armaturen verliert die Flüssigkeit durch innere Reibung Druck. Zur Minimierung dieses Verlusts sind in Druckleitungen korrekt dimensionierte Schläuche nach SAE J514 (R2) und in Saugleitungen vakuumfeste Schläuche nach SAE 100R4 einzusetzen.
  • Sicheres Trennen (ISO 7241-A): Beim Trennen von Zugmaschine und Anhänger müssen die Hydraulikleitungen gelöst werden, ohne dass Luft in das System gelangt oder Öl in die Umwelt austritt. Selbstschließende Schnellkupplungen nach ISO 7241-A mit einer Auslegung für 250-300 bar Betriebsdruck gewährleisten diese Betriebssicherheit.
  • Bewegungsfreiheit beim Rangieren: Geeignete Winkelgeometrien der Anschlüsse und Schlauchhaltesysteme sind bereits in der Konstruktionsphase so zu planen, dass die Schläuche bei Kurvenfahrt der Zugmaschine weder überdehnt noch eingeklemmt werden.

Fazit

Ein stabiles Management mehrerer Hydraulikleitungen in Sattelauflieger- und Tandem-Lkw-Anwendungen lässt sich durch die richtige Auswahl der Tandempumpe, die flexible Integration von Umschaltventilen und international normgerechte Schlauch- und Anschlusskomponenten erreichen. Die Auslegung aller Systemteile nach einem integrierten technischen Ansatz bietet hohe betriebliche Flexibilität und langfristige Zuverlässigkeit im Feldeinsatz.